Am 7. Mai 2011 läuft der Film in Hamburg auf der großen Leinwand!
Mehr Infos hier Ich muß es ja gestehen: Schon immer liebte ich richtige Weltaumabenteuer mit Raketen, Astronauten und Raumstationen und unheimichen Bedrohungen aus den unbekannten Tiefen des Weltraums; nichts fand ich dagegen enttäuschender als SciFi-Filme, in denen die Protagonisten einfach durch banale irdische Wald- und Wiesen-Landschaften watschelten und so taten, als befänden sie sich auf einem fremden Planeten. Daher waren mir auch schon immer die reinen Studioproduktionen die liebsten, in denen, zwar meist sehr künstliche, aber wenigstens wirklich fremdartig wirkende Welten erschaffen wurden.
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Tödliche Nebel" ist ein Paradebeispiel für diese Art von Weltraumabenteuern, von denen es ja leider viel zu wenige gibt: Der Film spielt fast komplett im Weltraum oder auf der Studio-Oberfläche des Mars und bietet dabei Sense-of-Wonder-Pulp-SciFi-Unterhaltung vom Feinsten. Der Film ist Teil 2 der legendären Gamma-1-Quadrology, die Antonio Margheriti Mitte der 60er Jahre in den italienischen Cinecitta-Studios innerhalb weniger Wochen praktisch am Stück drehte. Es handelt sich dabei um das zweite Abenteuer mit Commander Mike Halstead (Tony Russel) als Helden.
Ahnlich wie schon bei "
Raumschiff Alpha" hat der Commander es auch in diesem Film mit einem charismatischen Gegner zu tun: Captain Tice. Tice handelt jedoch nicht aus freien Stücken, sondern steht unter dem Einfluss einer übermenschlichen außerirdischen Macht, die sich als radioaktiver grüner Nebel manifestiert und die Verschmelzung mit der Menschheit, bzw. die Kontrolle von deren Körper anstrebt. Dies ist eine interessante Parallele zu Mario Bavas "Planet der Vampire", wo die, zu körperlosen Geistwesen gewordenen, Bewohner des Planeten Aura ebenfalls die Kontrolle über die Menschheit erlangen wollten. Anders als bei Bavas Seelen-Vampiren, die ja nach wie vor Individuen darstellten, haben wir es hier aber mit einer einzigen Massenintelligenz zu tun. Diese verdrängt auch nicht die menschliche Seele aus dem Körper, sondern verändert sie in ihrem Sinne - und so wird aus dem Weltraumhelden Tice der gefährlichste Gegner der Menschheit.
Die Story:
Raumschiffe und Raumstationen verschwinden spurlos. Captain Tice wird mit einem Jupiter-Raumschiff zu einer Raumstation entsandt, mit der seit kurzem kein Funkkontakt mehr besteht. Entsetzt muß Tice feststellen, dass die gesamte Besatzung der Station puppenhaft erstarrt ist, viele bereits tot sind. Als plötzlich die Strahlenmesser ausschlagen und ein grünlicher Nebel in die Station eindringt, bleibt den Raumfahrern keine Zeit zur Flucht mehr - zusammen mit der Station verschwinden auch sie spurlos im Nichts!
Doch Tice ist nicht etwa tot, eine fremde Macht bringt ihn zurück zur Erde und manipuliert seine Gedanken. Unter dem Zwang des Nebels, der in Wahrheit eine körperlose Massenintelligenz aus der Andromeda-Galaxis ist, die sich die Körper der Menschen aneignen will, wird Tice zum größten Feind der Menschheit. Die Situation wird immer bedrohlicher, als die Raumflotte mehr und mehr zu schrumpfen beginnt und viele wichtige Persönlichkeiten spurlos verschwinden. Captain Halstead, Kommandant der Raumstation Gamma-1, versucht einen letzten verzweifelten Schlag gegen die unheimliche Macht, als er mit einem Team seiner besten Männer die Station mit schwerern Laserwaffen und Fallen, in Form von strahlensicheren Schotts, verteidigt. Tatsächlich können Halstead und sein Team die Nebel zurückschlagen, aber für die Erde besteht kaum noch Hoffnung.
Da bieten die Außerirdischen durch Captain Tice plötzlich Verhandlungen an. Halstead fliegt mit einer kleinen Delegation zum Mars, wo die Fremden beweisen wollen, dass sie nur gutes im Namen des Kosmischen Geistes im Sinn haben. Doch was die Menschen auf dem Mars entdecken, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren...
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Tödliche Nebel" gehört zu den spannendsten Filmen der Gamma-1-Serie und macht auf naiv bunte Weise einfach Spaß. Die Szenen, in denen Tice und seine Männer die Raumstation mit der Puppenhaft erstarrten Beatzung untersuchen und dort in die Gewalt des außerirdischen Nebels geraten, sind in ihrer ganzen Atmosphäre einfach großartig und zeigen Margheritis großes Können, wenn es darum geht, mit minimalem Einsatz größtmögliche Wirkung zu erzielen. Der Film macht auch deshalb soviel Spaß, weil die Schauspieler wieder mit gewaltiger Spielfreude dabei sind und ein Overacting bieten, das stets haarscharf an der Grenze zur (Genre)Parodie vorbeischrammt.
Der Film wirkt (genau wie die zweite reine Space Opera aus der Gamma-1-Serie "
ORION 3000 - Raumfahrt des Grauens") wie aus einem Guss, die Effekte sind für die 60er Jahre erneut auf einem erstaunlich hohen Niveau. Natürlich muß man sich darauf einlassen, dass aus dem Raketen und Lasergewehren Bunsenbrennerflammen züngeln, die Astronauten an Drähten hängend durchs All "schwimmen" und die Dekors herrlich retro sind; außerdem stammen natürlich viele Weltraumsequenzen aus dem Stockfootage-Archiv der Serie, aber das wird gerade den Fan keinesfalls stören. Eine farbenprächtige, reinrassige Space Opera aus den Sechzigern, wie ich sie liebe. Damals konnte man halt noch mit offenen Augen träumen